Bodensee

Bodensee

„Die Magier vom Bodensee“ hieß es 2022 auf der Titelseite des Vinum Magazins. Abgebildet war kein Geringerer als „unser“ Simon Hornstein vom Seehaldenhof. Eine kleine Clique junger Winzer hat sich am Bodensee zusammengefunden, die bestens ausgebildet und mit einer klaren Perspektive in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten ist. Sie zeigt heute eindrucksvoll, welches Potenzial im Weinbau am Bodensee steckt.

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Jonas Kurek - Nonnenhorn Chardonnay 2022
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Seehaldenhof - Nonnenhorner Spätburgunder 2023
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Jonas Kurek - Müller-Thurgau 2024
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Seehaldenhof - Nonnenhorner Chardonnay 2023
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Hornstein am See - Nonnenhorner Spätburgunder 2021
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Seehaldenhof - Chardonnay Seehalde 2023
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Seehaldenhof - Chardonnay Sonnenbichl 2023
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Seehaldenhof - Spätburgunder Seehalde 2023
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Jonas Kurek - Chardonnay Sonnenbichl 2022
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Jonas Kurek - Nonnenhorn Spätburgunder 2023
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Seehaldenhof - Müller-Thurgau 2024
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Jonas Kurek - Rosé vom Spätburgunder 2023
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Bodensee

Der Weinbau am Bodensee besitzt eine lange Tradition. Bereits im frühen Mittelalter kultivierten Klöster Reben rund um den See. Klöster wie Reichenau, St. Gallen und Salem spielten über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Weinbaus.

Heute teilen sich Deutschland, Österreich und die Schweiz die Weinlandschaft rund um den See. Dazu kommen die unmittelbar angrenzenden Weinberge Liechtensteins und des Alpenrheintals. So entsteht eine grenzüberschreitende Weinregion, die zwar politisch getrennt ist, klimatisch und geologisch aber viele Gemeinsamkeiten besitzt.

Besonders klein ist der Weinbau am Bayerischen Bodensee. Rund um Nonnenhorn, Wasserburg, Bodolz und Lindau befinden sich lediglich etwa 90 Hektar Rebfläche. Damit zählt der Bayerische Bodensee zu den kleinsten Weinherkünften Deutschlands.

Klima

Der Bodensee ist der entscheidende klimatische Faktor der Region. Die enorme Wassermasse wirkt als Wärmespeicher, gleicht Temperaturschwankungen aus und verlängert die Vegetationsperiode.

Gleichzeitig befinden sich die Weinberge in unmittelbarer Nähe zu den Alpen. Kühle Nächte, hohe Niederschlagsmengen und eine lange Reifeperiode sorgen dafür, dass die Trauben ihre Säure und Frische bewahren.

Unterstützung kommt vom Föhn, der warme und trockene Luft aus dem Alpenraum bringen und insbesondere im Herbst die Reife unterstützen kann.

Einfach ist Weinbau hier trotzdem nicht. Frost, Hagel und hoher Niederschlag gehören zu den ständigen Herausforderungen. Die Unterschiede zwischen den Jahrgängen können entsprechend groß sein.

Genau das macht die Weine für uns aber interessant. Während in vielen wärmeren Regionen zunehmend darum gekämpft wird, ausreichend Säure und Frische zu bewahren, besitzt der Bodensee diese Eigenschaften von Natur aus. Die besten Weine haben Zug, Energie und eine fast alpine Kühle.

Terroir

Wer Wein vom Bodensee verstehen möchte, muss zunächst einen Blick zurück in die Eiszeit werfen. Gewaltige Gletscher formten die Landschaft und transportierten Gesteinsmaterial über enorme Distanzen. Nach ihrem Rückzug hinterließen sie Moränen, Kies, Sand, Lehm und unterschiedlichste Gesteine.

Am Bayerischen Bodensee prägen heute vor allem steinige Lehmböden sowie sandig-lehmige Kies- und Moränenböden die Weinberge. Darunter befinden sich teilweise Ablagerungen der ehemaligen Süßwassermolasse. Diese eiszeitliche Entstehungsgeschichte erklärt auch die enorme Heterogenität der Böden. Selbst innerhalb kleiner Parzellen kann sich deren Zusammensetzung deutlich verändern.

Das Terroir des Bodensees entsteht aus dem Zusammenspiel von See, Alpen, eiszeitlichen Böden und einem kühlen, niederschlagsreichen Klima. Die steinigen Moränen- und Kiesböden besitzen eine gute Drainage. Der Bodensee puffert extreme Temperaturen ab, während die Alpennähe für kühle Nächte sorgt. Hinzu kommen Föhn und teilweise deutliche Höhenunterschiede.

Das Ergebnis sind Weine, die weniger von Alkohol und Kraft als von Frische, Säure und Struktur geprägt sind. Gerade die Jahrgangsunterschiede gehören für uns zur Identität der Region. Wein muss nicht jedes Jahr gleich schmecken. Ein kühler Jahrgang darf schlanker und rassiger sein, ein warmer Jahrgang etwas mehr Frucht und Körper besitzen. Herkunft bedeutet schließlich nicht nur Boden – sondern ebenso Klima und Jahrgang.

Rebsorten

Keine Rebsorte ist historisch so eng mit dem Bodensee verbunden wie Müller-Thurgau. Die früh reifende Sorte kam hervorragend mit dem früher deutlich kühleren Klima zurecht und entwickelte sich deshalb zu einer der klassischen Rebsorten der Region. Gute Interpretationen zeigen, dass Müller-Thurgau weit mehr sein kann als ein einfacher aromatischer Weißwein. Mit niedrigen Erträgen und sorgfältigem Ausbau entstehen leichte, kräuterige und präzise Weine mit einer enormen Trinkfreude.

Besonders interessant ist die Entwicklung der Burgundersorten am Bodensee. Chardonnay und Weißburgunder profitieren von der langen Vegetationsperiode und den kühlen Nächten. Vor allem Chardonnay entwickelt sich zunehmend zu einer der interessantesten Rebsorten der Region. Die Weine besitzen natürliche Säure und Frische und vertragen deshalb auch einen anspruchsvolleren Ausbau im Holz. Die besten Vertreter versuchen dabei nicht, Burgund zu kopieren. Viel interessanter ist ein eigener Bodensee-Stil: kühl, straff, mineralisch und energiegeladen, mit fein eingesetztem Holz und moderatem Alkohol.

Ähnliches gilt für Spätburgunder. Die Sorte profitiert von einer langen, langsamen Reife und den moderaten Temperaturen. Statt dunkler Frucht, hoher Extraktion und viel Alkohol entstehen am Bodensee eher feingliedrige Pinot Noirs mit roter Frucht, Kräuterwürze und lebendiger Säure. Gerade die eiszeitlichen Böden und das voralpine Klima verleihen den Weinen eine Eigenständigkeit, die sie deutlich von Pinot Noir aus wärmeren deutschen Weinregionen unterscheidet.