Weinviertel
Rund die Hälfte der Weingärten im Weinviertel ist mit Grünem Veltliner bestockt. Trotzdem wäre es viel zu einfach, das Weinviertel auf eine Rebsorte und einen einzigen Weinstil zu reduzieren. Die enorme Ausdehnung der Region, unterschiedliche klimatische Einflüsse und vor allem die geologische Vielfalt bringen sehr unterschiedliche Weine hervor. Was viele gute Weinviertler Veltliner verbindet, ist ihre charakteristische Würze und das berühmte „Pfefferl“ – gewissermaßen die vinophile Identität der Region.
Der Weinbau gehört seit Jahrhunderten zum Weinviertel. Besonders sichtbar wird diese Tradition in den zahlreichen Kellergassen, die bis heute das Landschaftsbild prägen. Presshäuser und tief in Löss und Erde gegrabene Kellerröhren dienten über Generationen der Verarbeitung und Lagerung der Weine.
Wein war hier lange vor allem landwirtschaftliches Produkt und wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das erklärt auch die großen Mengen, die traditionell produziert wurden – und teilweise die enormen Qualitätsunterschiede.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich allerdings viel verändert. Eine neue Generation von Winzern beschäftigt sich intensiver mit Herkunft, einzelnen Rieden, alten Rebanlagen und unterschiedlichen Böden. Dadurch zeigt sich heute immer deutlicher, wie differenziert Grüner Veltliner im Weinviertel eigentlich sein kann.
Mit Weinviertel DAC schrieb die Region schließlich österreichische Weingeschichte: Das Weinviertel war die erste österreichische Weinregion, die mit dem Jahrgang 2002 eine DAC-Herkunft erhielt. Im Mittelpunkt steht dabei bis heute Grüner Veltliner.