Frankreich

Frankreich war schon immer die "grande nation" im Wein. Mit ihren Klassifikationen, dem burgundischen Appellationssystem und dem Herkunftsschutz war Frankreich immer schon Vorreiter und "blueprint" für die Weinwelt. Niemand hat Weinstile geschaffen wie die großen Châteaus in Bordeaux, die Domaines im Burgund, an der Loire und an der Rhône und die Maisons in der Champagne. Die überschaubare Côte d´Or (Burgund), mit einer Größe von 4.600 Hektar, und kleine bäuerliche Strukturen, die schwer unter dem napoleonischen Erbfolgerecht leiden, sind für viele Weinliebhaber das Mekka des Weinbaus. Kalkhaltige Böden skizzieren die Ortschaften entlang der RN74. In Chablis wachsen auf Kimmeridge-Kalkböden herkunftstypische Weine und auch abseits der großen Namen gewinnt auch eine Region wie das Beaujolais wieder an Bedeutung. Die „grands vins de Bordeaux“ sind Cuvées aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot, Sauvignon Blanc, Sémillon und noch ein paar Trauben und sind stark vom atlantischen Einfluss geprägt. Linkes oder rechtes Ufer der Garonne? In Sachen Qualität eigentlich kompett egal. Auf beiden Seiten gibt es große Weine für lange Lagerung, die auch als Investition mittlerweile sicherer sind als jeder Bausparvertrag. Aber von diesen Investitionen haben weder wir als Händler noch die Winzer was davon. Die Rhône und die Loire sind nicht nur lange Flüsse, die als Handelswege immer schon von Bedeutung waren. Die erste eingetragene Appellation war die Ortschaft Chateauneuf-du-Pape, mit ihrem Weinstil, in dem bis zu 16 Rebsorten erlaubt sind und dem kraftvollen Wein seine Vielseitigkeit verleiht. Die eleganten Vertreter unter ihnen beinhalten meistens viel Grenache. Syrah steht dafür im Norden der Rhône im Mittelpunkt und an der Loire performen Sauvignon Blanc, Cabernet Franc, Chenin Blanc und Muscadet unter kühlen Klimabedingungen. Die Champagne ist die Definition eines „cool-climates“ und blickt auf lange Tradition zurück. Die kalk- und kreidehaltigen Böden, das kühle Klima und die Vinifikation mit langer Hefeautolyse hat einen einzigartigen Schaumwein geschaffen. Der Mönch Dom Pérignon war natürlich auch noch wesentlich beteiligt als er seine Sterne im Wein entdeckt hat und seitdem ist Champgner ein festives Getränk, dass aber auch als Speisebegleiter wunderbar funktionieren kann.

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