Seehaldenhof

Seehaldenhof

„Jeder Wein hat ein Zuhause.“ Unter diesem Aufhänger wurde 2024 das Weingut Hornstein am See in Seehaldenhof umbenannt. Nachdem Simon Hornstein dazu noch in den vergangenen Jahren als Shootingstar vom Bodensee die Köpfe verdreht hat, ist es durchaus verständlich, dass Klarheit geschaffen werden musste, von welchem „Magier vom Bodensee“ gerade die Rede ist.

Unsere Weingüter

9 Produkte

Seehaldenhof - Chardonnay Seehalde 2023
Seehaldenhof - Chardonnay Seehalde 2023
Preis: 49,00€ Stückpreis: 65,33€/l
Seehaldenhof - Chardonnay Sonnenbichl 2023
Seehaldenhof - Chardonnay Sonnenbichl 2023
Preis: 47,00€ Stückpreis: 62,67€/l
Seehaldenhof - Spätburgunder Seehalde 2023
Seehaldenhof - Spätburgunder Seehalde 2023
Preis: 47,00€ Stückpreis: 62,67€/l
Seehaldenhof - Nonnenhorner Spätburgunder 2023
Seehaldenhof - Nonnenhorner Spätburgunder 2023
Preis: 26,00€ Stückpreis: 34,67€/l
Seehaldenhof - Nonnenhorner Chardonnay 2023
Seehaldenhof - Nonnenhorner Chardonnay 2023
Preis: 26,00€ Stückpreis: 34,67€/l
Seehaldenhof - Bayrischer Bodensee blanc 2023
Seehaldenhof - Bayrischer Bodensee blanc 2023
Preis: 16,00€ Stückpreis: 21,33€/l
Seehaldenhof - Müller-Thurgau 2024
Seehaldenhof - Müller-Thurgau 2024
Preis: 14,00€ Stückpreis: 18,67€/l
Hornstein am See - Nonnenhorner Chardonnay 2021
Hornstein am See - Nonnenhorner Chardonnay 2021
Preis: 30,00€ Stückpreis: 40,00€/l
Hornstein am See - Nonnenhorner Spätburgunder 2021
Hornstein am See - Nonnenhorner Spätburgunder 2021
Preis: 30,00€ Stückpreis: 40,00€/l

Seehaldenhof

Wer den Herkunfts- und Terroirgedanken konsequent verfolgt, für den ist Seehaldenhof eigentlich die logische Konsequenz für die Umbenennung: Die Familie Hornstein lebt mitten in der Nonnenhorner Seehalde und bewirtschaftet einen bedeutenden Teil dieser besonderen Lage direkt am Bayerischen Bodensee. Seit April 2024 trägt das Weingut deshalb nicht mehr den Familiennamen "Hornstein am See", sondern den Namen seines Zuhauses.

Die Geschichte des heutigen Seehaldenhofs in Nonnenhorn beginnt in seiner heutigen Form 1999. Damals entschieden sich Jutta und Roland Hornstein, auf dem landwirtschaftlichen Betrieb nicht mehr nur Obst anzubauen, sondern ihren Wein selbst auszubauen. Roland kümmerte sich um die Weine, während Jutta den Hof, den Weinverkauf sowie die Gästezimmer und Ferienwohnungen prägte.

Sohn Simon Hornstein wuchs auf dem Betrieb auf und entschied sich schließlich selbst für den Weinbau. Nach seiner Ausbildung in Meersburg studierte er Weinbau in Geisenheim. Es folgten wichtige Stationen beim Weingut Rudolf Fürst in Franken und beim Weingut Gross in der Südsteiermark. 2017 kehrte Simon nach Nonnenhorn zurück und übernahm zunehmend die Verantwortung für Weinberge und Keller.

Dass er sich intensiv mit seiner Heimat beschäftigt, zeigt ein schönes Detail: Seine Bachelorarbeit widmete Simon den Böden des Bayerischen Bodensees. Herkunft ist hier also keine nachträglich erfundene Marketinggeschichte, sondern beschäftigt ihn schon lange. Die Entwicklung blieb nicht unbemerkt: Eichelmann kürte den Betrieb 2021 zur Entdeckung des Jahres, Vinum folgte 2022 für Württemberg, Falstaff 2023 und Gault&Millau führte den Betrieb 2024 als höchsten Neueinsteiger.

Philosophie

Das Terroir und das Cool Climate des Bodensees stehen im Fokus. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der naturnahen und nachhaltigen Bewirtschaftung sowie insbesondere auf den Burgundersorten Chardonnay, Weißburgunder und Spätburgunder. Dabei soll vor allem geschmacklich die regionale Herkunft der Weine herausgearbeitet werden – also jenes Umfeld und jener Jahresverlauf, den der Rebstock tatsächlich erlebt hat.

Jeder Weingarten ist anders. Und jedes Jahr ist anders. Genau das darf man auch schmecken. Im Keller setzt Simon unter anderem auf Ganztraubenpressung, spontane Vergärung, längeren Hefekontakt und unterschiedliche Holzfassgrößen. Der Ausbau soll den Wein strukturieren, seine Herkunft aber nicht überdecken.

Konsequenterweise orientiert sich der Seehaldenhof heute an einer klaren Herkunftspyramide aus Gebietswein, Ortswein und Lagenwein. Die Gebietsweine stehen für den Bayerischen Bodensee. Darüber folgen die Nonnenhorner Ortsweine, bevor an der Spitze einzelne Weinberge wie Seehalde, Sonnenbichl, Gundelsberg und Hummler stehen. Ein gutes Beispiel für diesen Gedanken ist der weiße Ortswein. Chardonnay und Weißburgunder wurden gemeinsam vinifiziert. Die Rebsorten treten damit bewusst etwas in den Hintergrund und machen die Bühne frei für den Charakter von Nonnenhorn. Genau hier wird es interessant: Nicht Chardonnay soll primär nach Chardonnay schmecken. Der Wein soll nach Nonnenhorn schmecken.

Terroir

Die Weinberge des Seehaldenhofs liegen auf eiszeitlich geprägten Böden. Kies, Sand, Lehm, Endmoränenschotter und Carbonatsande erzählen von der Entstehungsgeschichte des Bodensees. Nonnenhorn selbst liegt auf einer flachen Landzunge unmittelbar am Wasser. Dazu kommt das besondere Klima. Die Weinberge liegen auf über 400 Metern Höhe, der Bodensee wirkt temperaturausgleichend und die Nähe zu den Alpen sorgt für kühle Nächte und eine lange Vegetationsperiode. Die Trauben reifen langsam und können dabei ihre Säure bewahren. Genau daraus entsteht jene Stilistik, die wir am Seehaldenhof besonders schätzen: straffe, elegante, rassige und geradlinig strukturierte Weine mit Kühle, mineralischen Anklängen und burgundischen Nuancen.

Die Nonnenhorner Seehalde bildet das Herzstück des Betriebs. Die Familie lebt mitten in dieser Lage und bewirtschaftet dort ihre Reben. Chardonnay und Spätburgunder aus der Seehalde bilden die Spitze der Kollektion. Und hier sei uns ein kleiner Vergleich erlaubt: Die Domaine de la Romanée-Conti hat es schließlich auch geschafft, sich nach ihrer berühmtesten Lage zu benennen. Einziger Unterschied: Romanée-Conti ist eine Monopollage und die Flaschen sind geringfügig teurer als jene aus der Seehalde. Ansonsten eigentlich fast dasselbe: Sauguter Pinot!

Burgund am Bodensee

Chardonnay und Spätburgunder – Burgund am Bodensee? Die Erfahrungen bei Rudolf Fürst und Gross sowie Simons Beschäftigung mit großen europäischen Herkunftsweinen sind in seiner Arbeit durchaus erkennbar. Vor allem Chardonnay und Spätburgunder stehen heute für die Qualitätsspitze des Seehaldenhofs. Von einer Burgund-Kopie zu sprechen, würde den Weinen allerdings nicht gerecht. Viel interessanter ist, dass Simon versucht, eine eigenständige Bodensee-Stilistik zu entwickeln.

Die Chardonnays sind straff, präzise und häufig leicht reduktiv geprägt. Holz wird eingesetzt, ohne die Weine breit oder schwer wirken zu lassen. Der Seehalde Chardonnay zeigt besonders deutlich, wie gut Konzentration und Kühle zusammenpassen können. Auch Vinum hebt bei den Weinen die Verbindung von burgundischer Stilistik mit der Mineralität der Endmoränenböden und der Frische des Bodensee-Klimas hervor.

Beim Spätburgunder geht es ebenfalls weniger um Extraktion als um Eleganz. Rote Frucht, Frische, feines Tannin und eine klare Struktur bestimmen den Stil. Die Seehalde bringt dabei zusätzliche Tiefe und Komplexität ins Spiel.

Was ist also der Charakter von Nonnenhorn und der Seehalde? Für uns sind es vor allem Kühle, Frische, rassige Säure, geradlinige Struktur und mineralische Spannung. Dazu kommen burgundische Nuancen, ohne dass die Weine ihre regionale Identität verlieren sollen. Genau daran wird am Seehaldenhof weitergearbeitet. Nicht mit dem Ziel, das nächste Burgund zu werden, sondern die Eigenständigkeit des Bayerischen Bodensees immer präziser herauszuarbeiten. Simon Hornstein gehört für uns zu jener jungen Generation von Winzern, die gerade definiert, wie großer Wein vom Bodensee schmecken kann. Mit Chardonnay, Spätburgunder, einem klaren Herkunftssystem und der Seehalde als Herzstück besitzt er dafür ausgezeichnete Voraussetzungen. Immer mit der Qualität im Blick – und dem idyllischen Bodensee direkt vor der Haustüre.