Klima
Die nördliche Rhône ist das kleinere, aber wohl prestigeträchtigere Gebiet. Zwischen Vienne und Valence liegen berühmte Appellationen wie Côte-Rôtie, Condrieu, Saint-Joseph, Cornas, Crozes-Hermitage und Hermitage. Der Weinbau findet hier auf spektakulären Steilterrassen statt, deren Trockensteinmauern seit Jahrhunderten das Landschaftsbild prägen.
Das Klima ist kontinental geprägt. Kalte Winter, warme Sommer und der häufig wehende Mistral sorgen für gesunde Trauben und lange Vegetationsperioden. Durch die engen Täler entstehen zahlreiche Mikroklimata, wodurch jede Lage ihren eigenen Charakter entwickelt.
Die Böden bestehen überwiegend aus verwittertem Granit, Gneis und Schiefer. Diese kargen Untergründe zwingen die Reben tief zu wurzeln und verleihen den Weinen ihre markante Mineralität, Frische und Langlebigkeit.
Die dominierende Rebsorte ist Syrah – und ausschließlich Syrah. Nirgendwo sonst bringt sie eine vergleichbare Kombination aus schwarzer Frucht, Veilchen, Pfeffer, Rauch und salziger Mineralität hervor. Bei den Weißweinen stehen Viognier in Condrieu sowie Marsanne und Roussanne in Hermitage und Saint-Joseph im Mittelpunkt. Viele der größten und langlebigsten Rotweine Frankreichs stammen aus dieser vergleichsweise kleinen Region.
Ab Montélimar verändert sich die Landschaft deutlich. Die Täler werden breiter, die Hänge flacher und das Klima mediterran. Heiße Sommer, milde Winter und zahlreiche Sonnenstunden ermöglichen eine vollständige Reife der Trauben. Gleichzeitig sorgt der kräftige Mistral für eine natürliche Belüftung der Weinberge und reduziert den Krankheitsdruck.
