Philosophie
Rioja besitzt ein historisch gewachsenes System, bei dem die Dauer der Reifung einen wesentlichen Teil der Identität eines Weines bestimmt. Crianza, Reserva und Gran Reserva kennt fast jeder Weintrinker.
Bideona dreht die Perspektive um. Region → Dorf → Lage lautet die neue Hierarchie. Das erinnert durchaus an Burgund. Die Rebsorte bleibt wichtig, aber je höher man in der Qualitätspyramide steigt, desto präziser wird die Herkunft. Genau deshalb stehen bei Bideona nicht möglichst lange Fassreife oder eine dominante Holzaromatik im Vordergrund. Die Weine sollen frisch, präzise und elegant bleiben und vor allem die Unterschiede ihrer jeweiligen Herkunft zeigen. Oder vereinfacht gesagt: weniger Rezept, mehr Terroir.
Die Grundlage dafür ist außergewöhnlich. Bideona arbeitet mit mehr als 300 kleinen Weinbergsparzellen in der Rioja Alavesa. Die durchschnittliche Parzellengröße beträgt lediglich rund 0,3 Hektar, das durchschnittliche Alter der Reben etwa 50 Jahre. Einige Weinberge wurden bereits in den 1920er-, 1930er- und 1940er-Jahren gepflanzt. Die Parzellen verteilen sich unter anderem auf Villabuena de Álava, Samaniego, Laguardia, Leza, Navaridas, Lanciego und Elciego. Gerade diese alten, klein parzellierten Weinberge bilden den eigentlichen Schatz des Projekts. Sie ermöglichen es Bideona, Unterschiede herauszuarbeiten, die bei einem großflächigeren Verschnitt verschiedener Herkünfte zwangsläufig verloren gehen würden.
