Klaus Peter Keller

Klaus Peter Keller

Das Weingut Keller in Flörsheim-Dalsheim gehört heute zu den renommiertesten Weingütern Deutschlands und zu den international gesuchtesten Erzeugern großer trockener Rieslinge.

Unsere Weingüter

2 Produkte

Klaus Peter Keller - Riesling Oberer Hubacker GG 2023
Klaus Peter Keller - Riesling Oberer Hubacker GG 2023
Preis: 320,00€ Stückpreis: 426,67€/l
Klaus Peter Keller - Riesling Abts. Erde GG 2023
Klaus Peter Keller - Riesling Abts. Erde GG 2023
Preis: 399,00€ Stückpreis: 532,00€/l

Klaus Peter Keller

Die Geschichte der Familie Keller in Rheinhessen reicht bis 1789 zurück. In diesem Jahr ließ sich Johann Leonhard Keller in Dalsheim nieder und begann mit Landwirtschaft und Weinbau. Die Familie betreibt damit seit zehn Generationen Weinbau.

Von besonderer Bedeutung ist der Dalsheimer Hubacker. Der Obere Hubacker befindet sich seit Ende des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie und entwickelte sich zum historischen Herzstück des Weinguts. Die Lage ist geprägt von kalkreichem Untergrund und zählt heute zu den bekanntesten Riesling-Lagen Rheinhessens.

Mit dem Jahrgang 2000 übernahm Klaus Peter Keller hauptverantwortlich die Arbeit in Weinberg und Keller. Zuvor studierte er in Geisenheim und sammelte internationale Erfahrung, unter anderem in Südafrika und im Burgund. Gerade seine Zeit im Burgund und der Austausch mit Winzern wie Charles Rousseau und Romain Lignier beeinflussten sein Verständnis großer Herkunftsweine nachhaltig.

Die Entwicklung des Weinguts Keller ist eng mit dem Aufstieg Rheinhessens in den vergangenen Jahrzehnten verbunden. Eine Region, die lange vor allem für große Mengen unkomplizierter Weine bekannt war, besitzt heute einige der begehrtesten trockenen Rieslinge Deutschlands.

Klaus Peter Keller hatte daran wesentlichen Anteil. Seine Orientierung an großen burgundischen Terroirweinen, die kompromisslose Beschäftigung mit einzelnen Weinbergen und der Fokus auf Kalkstein haben einen Stil hervorgebracht, der mittlerweile weit über Deutschland hinaus gesucht wird. Dabei bleibt die eigentliche Idee erstaunlich einfach: Nicht Kellertechnik oder vordergründige Aromatik sollen einen großen Wein definieren, sondern der Ort, an dem seine Trauben gewachsen sind. Genau deshalb gehören die Rieslinge von Klaus Peter Keller heute zu den Referenzen für Riesling aus Rheinhessen – und die besten Weine aus Hubacker, Kirchspiel, Morstein und Abtserde zu den großen Weißweinen Deutschlands.

Philosophie

Keller selbst beschreibt seinen angestrebten Weinstil als „bodengeprägt, mit viel Energie, Eleganz und Raffinesse“. Nicht maximale Kraft, Reife oder vordergründige Aromatik stehen im Mittelpunkt, sondern Präzision, Spannung und die Übersetzung des jeweiligen Terroirs.

Damit ist der Ansatz durchaus burgundisch geprägt. So wie im Burgund einzelne Climats ihre eigene Identität besitzen, betrachtet Keller auch die großen Lagen Rheinhessens individuell. Ein Riesling aus dem Hubacker soll anders schmecken als einer aus dem Kirchspiel, Morstein oder der Abtserde.

Grundlage dafür ist eine akribische Arbeit im Weinberg. Der Keller soll diese Unterschiede anschließend nicht überdecken, sondern bewahren. Die Weine wirken trotz ihrer Konzentration selten schwer. Charakteristisch sind vielmehr Energie, feine Säure, Mineralität, Länge und enorme Präzision.

Terroir

Das Herz des Weinguts liegt im Wonnegau im südlichen Rheinhessen. Kalk spielt hier eine entscheidende Rolle. Kalksteinverwitterungsböden, Muschelkalk, Tonmergel und Terra fusca bilden die Grundlage vieler großer Keller-Weine. Daneben bewirtschaftet die Familie am Roten Hang bei Nierstein Weinberge auf rotem Schiefer.

Besonders Riesling reagiert sensibel auf diese unterschiedlichen Böden. Die Kalklagen bringen Weine hervor, die weniger über plakative Frucht als über Struktur, Spannung und eine häufig salzig wirkende Mineralität definiert sind.

Der Hubacker ist die historische Heimatlage der Familie Keller. Unter den teilweise skelettreichen Böden befindet sich massiver Kalkfels. Der Obere Hubacker ist seit Generationen eng mit der Familie verbunden und bildet eines der wichtigsten Fundamente des Weinguts. Die Rieslinge zeigen Kraft und Tiefe, gleichzeitig aber jene kalkige Spannung und Frische, die für den Stil des Hauses typisch ist.

Das Kirchspiel gehört zu den großen Kalksteinlagen Westhofens. Die Weine wirken häufig besonders fein, präzise und elegant. Riesling zeigt hier weniger über Kraft als über Spannung, Länge und eine sehr klare Struktur.

Der Morstein zählt zu den berühmtesten Weinbergen Rheinhessens. Kalkstein und Tonmergel sowie die Fähigkeit des Untergrunds, Wasser zu speichern, schaffen ausgezeichnete Voraussetzungen für Riesling. Die Weine besitzen Tiefe und Struktur und benötigen häufig Zeit, um ihre ganze Komplexität zu zeigen. Keller erwarb Anfang der 2000er-Jahre eigene Parzellen im Morstein und machte die Lage zu einem der zentralen Weine seiner Kollektion.

Die Abtserde ist eine besondere Parzelle innerhalb des Westhofener Brunnenhäuschens und zählt heute zu den begehrtesten Riesling-Herkünften des Weinguts. Keller erzeugte seinen ersten Abtserde mit dem Jahrgang 2006. Die Weine stehen exemplarisch für den Keller-Stil: nicht laut oder opulent, sondern enorm präzise, dicht und energiegeladen.

Riesling & mehr

So dominant Riesling im Weingut ist, Keller ausschließlich darauf zu reduzieren wäre falsch.

Spätburgunder spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Auch hier ist der Einfluss des Burgunds deutlich spürbar: Kalkböden, elegante Extraktion und ein auf Finesse ausgerichteter Ausbau bilden die Grundlage für langlebige Pinot Noirs.

Daneben besitzt Silvaner für die Familie einen besonderen Stellenwert. Hinzu kommen Rieslaner, Scheurebe sowie weitere Burgundersorten. Inzwischen beschäftigt sich die nächste Generation außerdem intensiv mit hochwertigem Sekt. Klaus Peter und Julia Keller führen den Betrieb heute gemeinsam, Sohn Felix Keller ist bereits als Kellermeister eingebunden.