Terroir
Das Herz des Weinguts liegt im Wonnegau im südlichen Rheinhessen. Kalk spielt hier eine entscheidende Rolle. Kalksteinverwitterungsböden, Muschelkalk, Tonmergel und Terra fusca bilden die Grundlage vieler großer Keller-Weine. Daneben bewirtschaftet die Familie am Roten Hang bei Nierstein Weinberge auf rotem Schiefer.
Besonders Riesling reagiert sensibel auf diese unterschiedlichen Böden. Die Kalklagen bringen Weine hervor, die weniger über plakative Frucht als über Struktur, Spannung und eine häufig salzig wirkende Mineralität definiert sind.
Der Hubacker ist die historische Heimatlage der Familie Keller. Unter den teilweise skelettreichen Böden befindet sich massiver Kalkfels. Der Obere Hubacker ist seit Generationen eng mit der Familie verbunden und bildet eines der wichtigsten Fundamente des Weinguts. Die Rieslinge zeigen Kraft und Tiefe, gleichzeitig aber jene kalkige Spannung und Frische, die für den Stil des Hauses typisch ist.
Das Kirchspiel gehört zu den großen Kalksteinlagen Westhofens. Die Weine wirken häufig besonders fein, präzise und elegant. Riesling zeigt hier weniger über Kraft als über Spannung, Länge und eine sehr klare Struktur.
Der Morstein zählt zu den berühmtesten Weinbergen Rheinhessens. Kalkstein und Tonmergel sowie die Fähigkeit des Untergrunds, Wasser zu speichern, schaffen ausgezeichnete Voraussetzungen für Riesling. Die Weine besitzen Tiefe und Struktur und benötigen häufig Zeit, um ihre ganze Komplexität zu zeigen. Keller erwarb Anfang der 2000er-Jahre eigene Parzellen im Morstein und machte die Lage zu einem der zentralen Weine seiner Kollektion.
Die Abtserde ist eine besondere Parzelle innerhalb des Westhofener Brunnenhäuschens und zählt heute zu den begehrtesten Riesling-Herkünften des Weinguts. Keller erzeugte seinen ersten Abtserde mit dem Jahrgang 2006. Die Weine stehen exemplarisch für den Keller-Stil: nicht laut oder opulent, sondern enorm präzise, dicht und energiegeladen.