Château La Clotte

Château La Clotte

Château La Clotte ist eines dieser kleinen Weingüter, die selbst Bordeaux-Kenner gerne einmal übersehen – und genau das macht seinen Reiz aus. Nur rund vier Hektar groß, liegt das Château unmittelbar hinter den südlichen Stadtmauern von Saint-Émilion.

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Château La Clotte - St. Emilion Grand Cru 2017
Château La Clotte - St. Emilion Grand Cru 2017
Preis: 99,00€ Stückpreis: 132,00€/l
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Château La Clotte

Seine Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert und zur Familie de Grailly zurück. Der Name „La Clotte“ stammt aus dem Gascognischen und bezeichnet eine kleine, in den Fels gebaute Behausung – passend zu den alten Kalksteinhöhlen und unterirdischen Gängen des Weinguts.

Der entscheidende Schritt in die heutige Zeit kam 2014, als die Familie Vauthier – Eigentümer des legendären Château Ausone – La Clotte übernahm. Seither wurde konsequent in Weinberge und Keller investiert. Die Handschrift der Vauthiers ist klar erkennbar: Präzision, Terroir und Finesse statt möglichst viel Kraft. La Clotte ist damit so etwas wie ein kleiner Geheimtipp aus dem Ausone-Kosmos.

Philosophie

Bei Château La Clotte geht es um Präzisionsarbeit im kleinen Maßstab. Die wenigen Parzellen werden separat betrachtet und entsprechend individuell gelesen und vinifiziert. Die Trauben werden von Hand geerntet, streng selektiert und mittels Schwerkraft in den Keller gebracht. Es folgen unter anderem manuelles Pigeage und eine schonende Extraktion.

Die Philosophie erinnert nicht zufällig an Ausone: Möglichst wenig überdecken und möglichst viel Herkunft zeigen. Trotz des ambitionierten Ausbaus in neuen Barriques soll nicht das Holz, sondern der Kalkstein das letzte Wort haben. Das Ergebnis sind keine überladenen Saint-Émilions, sondern feingliedrige, tiefgründige und erstaunlich frische Weine mit großem Reifepotenzial.

Terroir

Hier liegt die eigentliche Stärke von La Clotte. Die rund vier Hektar verteilen sich auf kleine, nach Süden ausgerichtete Terrassen direkt am Kalksteinplateau von Saint-Émilion. Kalk und Ton-Kalk prägen die Böden, die durchschnittlich etwa 50 Jahre alten Reben stehen geschützt vor den vorherrschenden Winden.

Dieses Terroir verbindet zwei Dinge, die großen Saint-Émilion ausmachen: reife, saftige Frucht und eine kalkige Frische, die dem Wein Spannung und Länge gibt. Gerade diese Mischung aus Volumen, kühler Mineralität und salzigem Zugmacht La Clotte so eigenständig.

Merlot as its best

Die Cuvée wird heute klar vom Merlot geprägt – meist rund 80–85 %, ergänzt durch Cabernet Franc. Je nach Jahrgang kann sich die genaue Assemblage verändern.

Merlot bringt dunkle Frucht, Saftigkeit und eine seidige Textur, Cabernet Franc sorgt für Würze, florale Noten und zusätzliche Frische. Nach der Vinifikation erfolgt die malolaktische Gärung im Holz; anschließend reift der Wein rund 18 Monate in neuen Barriques.

Stilistisch ist Château La Clotte Saint-Émilion mit Maßanzug: dicht und konzentriert, aber nicht schwer; reife dunkle Frucht, feine Würze, kalkige Mineralität und sehr präzise Tannine. Ein Wein, der schon jung seine Klasse zeigt, aber eindeutig für die Flaschenreife gebaut ist. Château La Clotte ist damit eine hochinteressante Alternative zu den großen Namen von Saint-Émilion: winzige Produktion, großes Kalkstein-Terroir und die kompromisslose Handschrift der Familie Vauthier – viel näher an der Welt von Ausone, als es der Preis vermuten lässt.